Wirtschaftsexperten: Kopfsteuer ist falsch!

Veröffentlicht am 09.09.2005 in Wahlen

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat in seinem jüngsten
Wochenbericht die schlimmsten Befürchtungen über das Steuermodell des
CDU-"Schatten-Finanzministers" Paul Kirchhof bestätigt.

KIRCHFOF IST NICHT FINANZIERBAR. "Wesentliches Ergebnis war, dass eine deutliche Senkung der Steuersätze vor allem im oberen Einkommensbereich zu erheblichen Steuerausfällen führt,die nicht durch eine Verbreiterung der Bemessungsgrundlagen oder Wachstumsimpulse aufgefangen werden kann", so das DIW in seinem Bericht.
  • Im Klartext: Es ist unmöglich, Kirchhofs Kopfsteuer allein durch Streichung von Steuerprivilegien zu finanzieren. Der Staat müsste Leistungen streichen, zum Beispiel Investitionen in Bildung und Forschung.
KIRCHHOF IST UNGERECHT. "Da bei den Vorschlägen von Paul Kirchhof….Steuerpflichtige mit hohen Einkommen nicht nur absolut, sondern auch in Relation zu ihren Einkommen deutlich stärker entlastet werden als Normaleinkommensbezieher, führen diese Vorschläge zu einer ungleichen Einkommensverteilung", so das DIW in seinem aktuellen Bericht.
  • Im Klartext: Spitzenverdiener profitieren von der Kopfsteuer, Normalverdiener zahlen drauf.
KIRCHHOF VERKENNT DIE TATSACHEN. Es stimmt nicht – wie immer von der Union behauptet –, dass Gutverdiener zu wenig Steuern zahlen. Nach den Berechnungen des DIW entfallen auf die 10% Steuerpflichtigen mit den höchsten Einkommen über 51% des gesamten Steueraufkommens, auf die 1% Einkommensreichsten gut 20% und auf die 0,1% Superreichen immerhin noch 8,3% des Aufkommens.
  • Im Klartext: Spitzenverdiener zahlen heute schon den Spitzensteuersatz von 42%. Mit dem Kirchhof-Modell würden gerade die Einkommensmillionäre massiv entlastet, nämlich um 80.000 Euro und mehr.
 

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