Mehr Demokratie in Brandenburg

Veröffentlicht am 20.10.2011 in Landespolitik

Ralf Holzschuher und Kerstin Kaiser zu Wahl- und Volksabstimmungsgesetz:

Die Koalitionsfraktionen haben sich gestern auf eine umfassende Reform der Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger geeinigt. So sollen in Zukunft bereits die 16- und 17-Jährigen den Landtag und ihre Kommunalparlamente wählen können. Auch an Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksabstimmungen können sie teilnehmen. Ferner werden nach Vorstellung der Koalitionsfraktionen die Regeln für das Volksabstimmungsgesetz verbessert.

„Getreu dem Motto ‚Mehr Demokratie wagen‘ weiten wir die Mitbestimmungsmöglichkeiten für die Brandenburgerinnen und Brandenburger aus“, sagte dazu der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Ralf Holzschuher.

„Mit den Neuregelungen ist ein klarer Ausbau der Beteiligungsmöglichkeiten an Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheiden erreicht. Das ist ein klarer Fortschritt für die Bürgerinnen und Bürger, insbesondere in den dünn besiedelten Regionen. Die Linke wird sich in der nächsten Wahlperiode weiter dafür einsetzen, dass in Brandenburg in einem weiteren Schritt freie Unterschriftensammlungen bei Volksbegehren möglich werden und der Haushaltsvorbehalt aufgehoben wird“, sagte dazu Kerstin Kaiser, Vorsitzende der Linksfraktion. Die Neuregelungen sehen im Einzelnen folgendes vor:
  • 16- und 17-Jährige haben bei Landtags- und Kommunalwahlen in Zukunft das aktive Wahlrecht, das heißt sie können wählen.
  • Die 16- und 17-Jährigen werden alle Beteiligungsmöglichkeiten im Rahmen des Volksabstimmungsgesetzes haben.
  • Der Eintragungszeitraum für Volksbegehren wird von vier auf sechs Monate verlängert.
  • Unterschriften für Volksbegehren können in Zukunft per Brief sowie an zusätzlichen Orten in den Kommunen geleistet werden. So können die Unterschriften auch bei ehrenamtlichen Bürgermeistern vorgenommen werden, möglich wären auch Bibliotheken, Kitas, Schulen oder Sparkassen. Welche Orte konkret in Frage kommen, entscheidet – wie vor Wahlen auch – die jeweilige Kommune.
  • Vor Volksabstimmungen bekommen alle Wählerinnen und Wähler nach Schweizer und Berliner Vorbild zukünftig eine Information über den Abstimmungsgegenstand nach Hause geschickt, in dem die Haltung der Initiatoren, des Landtages und der Landesregierung kurz und knapp dargestellt werden.
„Mit den Neuregelungen betreten wir bundesweit Neuland. Brandenburg wäre das erste Flächenland der Bundesrepublik mit einem aktiven Wahlrecht bei Landtagswahlen für die 16- und 17-Jährigen. Im Vorfeld der nächsten Wahlen soll es eine umfangreiche Informations- und Beteiligungskampagne geben, um die jungen Menschen ihre Beteiligungsmöglichkeiten zu erläutern, so Holzschuher. „Die Koalition hat mit den Neuregelungen für die direkte Demokratie einen weiteren Baustein des Koalitionsvertrages erfüllt. Mit den Neuregelungen erweitern wir nun auch die Möglichkeiten für Volksbegehren, indem vor allem an deutlich mehr Orten für ein Volksbegehren unterschrieben werden kann. In Brandenburg gibt es heute bereits viele Volksinitiativen. Das zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Gestaltung ihres Gemeinwesens teilnehmen. Wir hoffen, dass sich dieses Engagement weiter erfolgreich ausdehnt“, sagte Kaiser. Die Koalition wird jetzt auf die Oppositionsfraktionen zugehen. „Wir hoffen, dass die neuen Beteiligungsmöglichkeiten mit breiter Mehrheit im Landtag verabschiedet werden können“, so die beiden Fraktionsvorsitzenden. Für die Änderung des Wahlalters ist eine Verfassungsänderung nötig.
 

Homepage SPD-Unterbezirk MOL

Suchen

Gemeinsam für Rüdersdorf.

  

Unsere Abgeordnete im Bundestag

 

 

 

 

Machen Sie mit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Machen Sie mit

 

 

 

 

 

 

 

 

WebsoziInfo-News

07.06.2026 19:19 Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung
Stabilisierung der Pflegeversicherung muss solidarisch sein Ohne fairen Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung bleibt die Finanzkrise der Pflege ungelöst. „Der Entwurf enthält wichtige Ansätze zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention und Rehabilitation, die Unterstützung pflegender Angehöriger sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. Die zentrale Antwort… Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung weiterlesen

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Counter

Besucher:312920
Heute:45
Online:4