SPD pocht auf Konzept für Herzfelde

Veröffentlicht am 12.11.2015 in Kommunalpolitik

Eine Beschlussvorlage in den Ausschüssen der Gemeindevertretung sorgt für Aufregung: Die Bibliothek im Gemeindezentrum Herzfelde in der Möllenstraße soll geschlossen werden. Nach einem Bericht von Beate Schanklies, Leiterin der Rüdersdorfer Bibliotheken, sind im letzten Jahr viel zu wenig Besucher in die Herzfelder Filiale gekommen, um ein ganztägiges Offenhalten am Mittwoch zu rechtfertigen. Die Folge: Die Verwaltung schlägt nun vor, die Zweigstelle zu schließen. Die Rüdersdorfer SPD widerspricht dem Vorschlag vehement: „Gerade erst haben wir in der Gemeindevertretung die Leitlinien der gemeindlichen Entwicklung festgelegt. Ziel ist es, die Zentren der Ortsteile zu stärken“, so die Vorsitzende des Ortsentwicklungsausschusses Dr. Rita Nachtigall. „Die Druckerschwärze im Amtsblatt ist noch nicht trocken, da dreht sich die Verwaltung schon um 180 Grad.“ Der SPD liegt die Ortsentwicklung sehr am Herzen: „Durch die neue B1 wird eine neue Ortskernqualität in Herzfelde entstehen“, so SPD-Vorsitzender Stephen Ruebsam. „Darum sollten wir da nicht an der falschen Stelle einsparen. Es gibt jetzt etliche Häuslebauer in Herzfelde, die Struktur ändert sich. Man darf bei der Ortsenwicklung nicht so kurzfristig denken.“ 

Rita Nachtigall stimmt zu: „Wir haben in den vergangenen Jahren viel Geld in das Gemeindezentrum gesteckt, behindertengerechte Zugänge geschaffen, Statik für die Bibliothek verstärkt, ein Begegnungszentrum eingerichtet. Die SPD-Fraktion hat in diesem Jahr schwerpunktmäßig das Gebäudemanagement der Gemeinde im Fokus – und da gibt es viel zu optimieren.“ Die Rüdersdorfer SPD will und kann eine Abwertung des Herzfelder Gemeindezentrums nicht hinnehmen: „Wir brauchen Konzepte für Herzfelde, kein Kaputtsparen“, so Stephen Ruebsam. „Die Verwaltung hat hier so viel Geld in die Hand genommen, nun sollte sie Ideen entwickeln, das Gebäude auch gut zu nutzen und attraktiver zu machen. Natürlich ist die Bibliothek nur ein kleiner Teil des Gesamtkonzeptes, aber eine Schließung wäre das falsche Signal. Auch über Vermietungen, beispielsweise des Begegnungszentrums für Veranstaltungen, sollte man nachdenken. Und vielleicht hilft ja auch schon eine bessere Ausschilderung im Ort.“ SPD-Gemeindevertreter Sven Templin schlägt vor, dass sich der zuständige Sozialaussschuss mit einer Konzepterarbeitung befassen solle.

Der Standort in der Möllenstraße sei ein gemeinschaftlicher Wunsch, nun müsse er mit Leben gefüllt werden, so die SPD. „Da wollen wir gerne, wie schon bei der B1-Ortsumgehung, in den Dialog treten und gemeinsam Ideen sammeln“, sagt Stephen Ruebsam. „Damit unsere Ortsentwicklung nicht Schlagseite bekommt.“ 

 

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