Förderung für die Jüngsten der Gesellschaft

Veröffentlicht am 04.07.2011 in Gesundheit

Blick ins Podium: Thomas Böduel, Dr. Martina Münch, Jutta Lieske, Simona Koß (von links) (Foto: Birgit Brauer)

Mehr als 50 Interessenten waren am 30. Juni 2011 der Einladung des SPD-Unterbezirks und der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen MOL nach Bad Freienwalde gefolgt, um von fachkompetenter Seite Informationen zur gesundheitlichen und sozialen Entwicklung der Kinder in Märkisch-Oderland zu erhalten und sich dazu auszutauschen. Referenten und Gesprächspartner waren die Ministerin für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Frau Dr. Martina Münch, die Landtagsabgeordnete Jutta Lieske, der Jugendamtsleiter des Landkreises MOL, Thomas Böduel, die Leiterin des Netzwerkes „Gesunde Kinder“, Birgit Triebel, und die seit über vier Jahrzehnten praktizierende Kinderärztin Dr. Bärbel Michler aus Strausberg. Im Publikum saßen insbesondere Vertreter aus Kindertagesstätten und Schulen des Altkreises Bad Freienwalde.

Dr. Martina Münch machte deutlich, dass Bildung und Gesundheit nicht voneinander zu trennen sind. Viele Kinder seien aufgrund von Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung heute übergewichtig oder leiden bereits an Gelenk- und Muskelerkrankungen oder Diabetes. Sprach- und Sprechstörungen, emotionale Probleme, Ängste oder Essstörungen würden ebenfalls häufig festgestellt. Umso wichtiger sei es, so früh wie möglich in der Kita damit zu beginnen, diese Risiken abzubauen und den Jüngsten unserer Gesellschaft einen optimalen Start ins Leben zu geben.

Wie sieht es nun konkret im Landkreis MOL aus? Thomas Böduel, Leiter des kreislichen Jugendamtes, betonte, dass mit zunehmender Armut Gesundheit und Bildung zu kurz kämen. Hier gebe es erhebliche Unterschiede zwischen den Regionen des Kreises. Im Jahr 2009 lebten beispielsweise im Landkreis insgesamt 5.879 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre von Leistungen nach SGB II – durchschnittlich jedes vierte Kind. Besonders betroffen sei die Region Nord (Altkreis Bad Freienwalde), in der jedes zweite bis dritte Kind auf Sozialleistungen angewiesen ist. In der Region West (Speckgürtelbereich) sei hingegen nur jedes neunte Kind betroffen. Die Sprachförderung in der Kita habe sich als richtig erwiesen und zeige erste Erfolge, jedoch sei die Förderung ab dem fünften Lebensjahr bereits zu spät, mahnte der Jugendamtsleiter. 2010 gab es in MOL 95 Inobhutnahmen, 240 Kinder lebten in Heimen und 220 bei Pflegeeltern. Zahlen, die sehr nachdenklich stimmen.

Mit dem Netzwerk „Gesunde Kinder“, das im Juni 2009 seine Arbeit mit Sitz in Strausberg und Wriezen aufgenommen hat, wird Schwangeren und jungen Eltern in den ersten drei Lebensjahren ihres Kindes fachliche Unterstützung angeboten. Mitarbeiter pädagogischer und medizinischer Fachbereiche und ehrenamtliche Helfer beraten und begleiten gemeinsam die ersten Jahre. Gegenwärtig gibt es in MOL 53 ehrenamtliche Paten, die 144 Familien betreuen, berichtete die Leiterin des Netzwerkes, Birgit Triebel. Gleichzeitig machte sie darauf aufmerksam, dass ehrenamtliche Patinnen und Paten nach wie vor dringend gebraucht werden.

Die von der Unterbezirksvorsitzenden Simona Koß moderierte Diskussion bestätigte die Ausführungen und unterstrich die Bedeutung einer möglichst frühen Förderung in den Kitas.
Schon im frühesten Kindesalter werden die Grundlagen für das spätere Leben gelegt. Um den bestehenden Problemen Herr zu werden, bedarf es einer engen Zusammenarbeit aller Verantwortlichen – Kitas, Schulen, Jugendamt, Ärzten und Beratungsstellen. Ganz besonders wichtig in diesem Gefüge aber sind die Eltern, ihr Mitwirken ist grundlegende Voraussetzung, um den Kindern das nötige Rüstzeug für ihr künftiges Leben mit auf den Weg zu geben.

Birgit Brauer
Mitglied um SPD-Unter-
Bezirksvorstand MOL

 

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