Brandenburger für langes gemeinsames Lernen

Veröffentlicht am 19.10.2005 in Bildung

Ingrid Siebke (MdL)

Potsdam – Die Mehrheit der Brandenburger – etwa drei Viertel - befürwortet ein möglichst langes gemeinsames Lernen in der Grundschule. Dies ergab eine Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest, die Fraktionschef Günter Baaske heute gemeinsam mit Ingrid Siebke, bildungspolitischer Sprecherin der SPD-Fraktion, vorstellte. Siebke: "Die Mehrheit der Brandenburger will damit das, wofür die SPD eintritt und was im Koalitionsvertrag steht."

Für die Umfrage wurden Mitte August 1.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger befragt. Auf die Frage "Würden Sie es begrüßen, wenn in Brandenburg Kinder möglichst lange gemeinsam unterrichtet werden, bevor die Trennung in Gymnasium und Oberschule erfolgt?" antworteten 72 % mit "ja" und 22 % mit "nein". Dieses klare Bild ist unabhängig von der Parteienpräferenz: Etwa drei Viertel der Anhänger von SPD und von Linkspartei.PDS (75 % zu 22 % bzw. 78 % zu 19 %) und sogar etwa zwei Drittel der CDU-Anhänger (65 % zu 28 %) stimmen der Aussage zu.

Ingrid Siebke: "Ich freue mich, dass unsere bildungspolitischen Vorstellungen von einem langen gemeinsamen Lernen von einer sehr großen Mehrheit geteilt wird. Wir sehen uns durch dieses Ergebnis darin bestärkt, die 6-jährige Grundschule auch weiterhin qualitativ voranzubringen. Denn wir wollen Qualität, Leistung und individuelle Förderung für alle Schülerinnen und Schüler. Die 6-jährige Grundschule ist für uns das geeignete Modell. Nach dieser Zeit können die Schülerinnen und Schüler in weiteren 6 Jahren das Abitur erlangen. Darüber hinaus sind wir uns der besonderen Verantwortung auch gegenüber besonders begabten Schülerinnen und Schülern bewusst. Diese sollen nach unserer Auffassung bereits nach der 4. Klasse in speziell zu bildenden Begabtenklassen gefördert werden".

Die derzeit 33 Leistungsprofilklassen (LPK) seien dafür nicht notwendig. Siebke: "Dieses so genannte 4 + 8-Modell war ein Schulversuch, der zum Schuljahr 2006/07 letztmalig angeboten werden soll. Er diente ausschließlich dazu, das Abitur bereits nach 12 Jahren im bisherigen 13-jährigen System anzubieten. Da das Abitur ab Schuljahr 2007/08 nach 12 Jahren Standard wird, ist das LPK-Modell nicht mehr notwendig. Die dabei gewonnen positiven Erfahrungen werden in das System mit Begabungsförderung integriert."

 

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